1. März 2028

Mythen rund um Fruchtbarkeit

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist keine Seltenheit – viele Paare sind davon betroffen. Falsche Annahmen können unnötig verunsichern und dazu führen, dass wertvolle Zeit verloren geht.

1. Es kommt nur auf das Alter der Frau an
Nicht nur das Alter der Frau spielt eine Rolle – auch beim Mann verändert sich die Fruchtbarkeit im Laufe der Zeit. Mit zunehmendem Alter können Qualität, Beweglichkeit und genetische Stabilität der Spermien nachlassen. Deshalb ist es sinnvoll, immer beide Partner in die Abklärung einzubeziehen.

2. Ein regelmässiger Zyklus bedeutet automatisch Fruchtbarkeit
Ein gleichmässiger Zyklus ist zwar ein gutes Zeichen, sagt aber nicht alles aus. Auch bei regelmässiger Menstruation können Erkrankungen wie Endometriose oder hormonelle Ungleichgewichte vorliegen. Spezifische Untersuchungen, etwa zur Bestimmung der Eizellreserve, geben ein genaueres Bild.

3. Der Eisprung findet immer am 14. Zyklustag statt
Der Zeitpunkt des Eisprungs ist nicht bei allen Frauen gleich und kann sich von Zyklus zu Zyklus verschieben. Daher sind einfache Kalenderberechnungen oft ungenau. Methoden wie Ovulationstests oder Temperaturmessungen liefern verlässlichere Hinweise auf die fruchtbaren Tage

4. Stress verhindert grundsätzlich eine Schwangerschaft
Normaler Alltagsstress führt in der Regel nicht dazu, dass eine Schwangerschaft ausbleibt. Allerdings kann anhaltend hoher Stress den Körper beeinflussen – etwa durch Schlafprobleme oder Zyklusveränderungen – und so indirekt die Chancen verringern.

5. Die Pille führt zu dauerhafter Unfruchtbarkeit
Nach dem Absetzen hormoneller Verhütungsmittel stellt sich die Fruchtbarkeit meist relativ schnell wieder ein. Wie lange die Pille eingenommen wurde, hat in der Regel keinen dauerhaften Einfluss.

6. Nahrungsergänzungsmittel beheben Fruchtbarkeitsprobleme
Es gibt kein einzelnes Präparat, das Fruchtbarkeitsprobleme lösen kann. Viel wichtiger sind ein gesunder Lebensstil, ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Nikotin. In bestimmten Fällen können gezielte Ergänzungen sinnvoll sein.

7. Meist liegt es an der Frau
Fruchtbarkeitsprobleme betreffen Männer und Frauen gleichermassen. Etwa in der Hälfte der Fälle spielt ein männlicher Faktor eine Rolle. Deshalb gehört eine Untersuchung der Spermienqualität zur grundlegenden Diagnostik.

8. Nach einer Schwangerschaft klappt es automatisch wieder
Auch wenn bereits ein Kind geboren wurde, kann es beim nächsten Mal länger dauern. Mit zunehmendem Alter und durch körperliche Veränderungen können sich die Voraussetzungen für eine erneute Schwangerschaft verändern.

GESUNDHEITSTIPPS

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