Post-Marathon-Depression: Wenn nach dem Ziel eine Leere entsteht
Die sogenannte Post-Marathon-Depression, auch «Post-Race Blues» genannt, beschreibt ein häufiges, vorübergehendes Stimmungstief nach einem grossen sportlichen Wettkampf wie einem Marathon. Nach wochen- oder monatelanger Vorbereitung folgt der emotionale Höhepunkt am Renntag und danach oft ein unerwartetes Gefühl der Leere.
Während der Trainingsphase ist der Alltag stark auf ein Ziel ausgerichtet: Trainingspläne, Fortschritte und die Vorfreude auf den Wettkampf geben Struktur und Motivation. Mit dem Erreichen der Ziellinie fällt dieser Fokus plötzlich weg. Gleichzeitig sinken im Körper hormonelle Botenstoffe wie Endorphine und Adrenalin, die während des Rennens für Euphorie und Energie sorgen. Dieser abrupte Wechsel kann sich auf die Stimmung auswirken.
Typische Gefühle sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit oder eine gewisse innere Leere, obwohl der sportliche Erfolg eigentlich positiv ist.
In den meisten Fällen ist dieser Zustand vorübergehend und normalisiert sich innerhalb weniger Tage oder Wochen. Hilfreich kann es sein, dem Körper ausreichend Erholung zu gönnen, den Erfolg bewusst zu reflektieren und sich neue, kleinere Ziele zu setzen. Auch leichte Bewegung und soziale Aktivitäten können helfen, wieder in einen stabilen Rhythmus zu finden.